Das Vermitteln von Software-Entwicklern kann man doch besser machen!

Uplink ist ein Netzwerk für professionelle Freelance-Entwickler, so steht es auf der Webseite. Mit einem interessanten Ansatz helfen sie freiberuflichen Software-Entwicklern dabei, direkte Beauftragungen von Kunden zu bekommen. Im ersten Quartal 2018 ist ihnen das bei 33 Freelancern gelungen. Ich habe Manuel Meurer einige Fragen gestellt, wie es zu dieser Idee kam und wie das mit Uplink funktioniert. 

Was hat Dich bewegt, Uplink zu gründen? Manuel: Ich bin seit 2008 in Berlin und seitdem auch als Freelancer tätig. Die Entscheidung, als Freelancer zu arbeiten, habe ich bewusst getroffen, um selbst die volle Kontrolle über die Professionalität und Qualität meiner Arbeit zu haben.

Freelancer, um die Kontrolle über Professionalität und Qualität zu haben

Über die Jahre habe ich für viele Startups, Agenturen und auch größere Firmen gearbeitet. Dabei habe ich erlebt, wie sehr sich sowohl die Firmen als auch Freelancer meist über den nicht zu vermeidenden Umgang mit IT-Recruitern bzw. Personalvermittlern geärgert haben. Keiner wollte wirklich mit ihnen arbeiten, aber oft blieb ihnen einfach aus dem ein oder anderen Grund nichts anderes übrig.

In Unterhaltungen mit anderen Freelancern kam es dann oft zu dem Punkt, an dem ich selbst oder jemand anderes sagte: “Das könnte man alles so viel besser machen – von Entwicklern, für Entwickler, ohne dubiose Vertriebstaktiken und Anzugträger.“

Irgendwann hat es dann einfach gepasst. Mein Drang, selbst etwas zu gründen, war sehr groß geworden und da ich schon vorher als Freelancer gerne Projekte weitergereicht habe, wenn ich sie selbst nicht machen konnte oder wollte, war es der logische nächste Schritt, das zu professionalisieren.

Ab dann habe ich mit vielen, vielen Leuten gesprochen und in einem iterativen Prozess das Netzwerk und das Geschäftsmodell behutsam nach und nach aufgebaut. Von Vorteil war dabei, dass viele Freelance-Entwickler, mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten und es mir daher an Rückmeldung, ob ich auf dem richtigen Weg war, nie gefehlt hat. Es hat sich herausgestellt, dass die erwähnte volle Kontrolle über Professionalität und Qualität der eigenen Arbeit vielen anderen auch sehr wichtig ist, und mit Uplink wollen wir gerade diesen Freelancern eine Plattform bieten.

Manuel Meurer der Gründer und einer der beiden Köpfe von Uplink. Foto: Uplink

Wie kam die Zusammenarbeit mit René zustande? Manuel: ich selbst bin Gründer und (einziger) Geschäftsführer von Uplink (bzw. von der kraut computing UG, die dahintersteckt). Ich mache auch zusammen mit Timo Klinz, dem Werkstudenten, der im letzten Oktober dazugestoßen ist, die Projektvermittlung.

René ist allerdings von Anfang an dabei und hat mir durch sein Feedback, seine Ideen und nicht zuletzt Kontakte zu neuen Kunden immens geholfen. Hinter Uplink stecken also Manuel und René.

Was macht Uplink erfolgreich? Manuel: Uplink hat sich auf die Fahne geschrieben, eine simple, faire und transparente Alternative zu klassischen IT-Recruitern zu sein. Genau diese drei Attribute sind meiner Meinung nach unsere größten Stärken:

Das Vermitteln auf das Wesentliche reduzieren

Simplizität/Einfachheit – Wir versuchen, die Vermittlung von Projekten bzw. Freelancern auf das Wesentliche zu reduzieren und den Prozess möglichst einfach und leicht nachvollziehbar zu machen. Es geht schließlich nur um eine persönliche Empfehlung eines Freelancers aus unserem Pool an einen Kunden. Voraussetzung ist, dass wir daran glauben, dass der Freelancer gut zum Kunden und dem Projekt passt.

Kein Generalverdacht

Fairness – Unser Netzwerk basiert auf dem Vertrauen, das wir den Freelancern und auch den Kunden entgegenbringen. Unsere Grundannahme ist, dass sich unsere Freelancer auch uns gegenüber fair verhalten. Wir nennen einem Freelancer, mit dem wir uns über ein Projekt unterhalten, zum Beispiel schon sehr früh im Prozess den Namen des Kunden. Der Freelancer erfährt, woher wir den Kunden kennen, ob schon andere Mitglieder von Uplink für ihn gearbeitet haben usw.. Der Freelancer könnte sich theoretisch selbst beim Kunden melden und uns so umgehen. Doch nur die wenigsten werden dies tun und wir wollen nicht alle unsere Mitglieder unter Generalverdacht stellen, nur weil es irgendwann ein paar faule Äpfel geben wird.

Transparenz – Dies ist die am meisten geäußerte Forderung an Recruiter und Personalvermittler: mehr Transparenz. Beim klassischen Recruiting ist der Anreiz immer gegeben, möglichst intransparent zu sein, besonders was die Entlohnung angeht. Wenn Kunde und Freelancer nicht wissen, was die andere Seite bezahlt bzw. verdient, wird auch niemand die Leistung und den Verdienst des Vermittlers weiter hinterfragen. Unser Ansatz ist deshalb, so transparent wie möglich zu sein…

Ist es schwieriger Freelancer oder Kunden zu finden? Manuel: Neue Freelancer finden uns mittlerweile meist ohne unser Zutun durch Empfehlungen von bestehenden Mitgliedern. Oder, indem sie Uplink über die Webseite oder den Blog finden und sich dann bewerben. Hinzu kommt, dass wir bei Freelancern aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen mit klassischen Recruitern sehr schnell Gehör finden. Da wir selbst Freelancer waren bzw. sind, wissen wir, dass und wie es besser geht.

Es ist schwieriger, gute Kunden zu finden, als Freelancer

Es ist definitiv schwieriger, gute Kunden zu finden als Freelancer. Als gut würde ich dabei die Kunden bezeichnen, die einen Freelancer und seine Arbeit wirklich zu schätzen wissen und auch bereit sind, einen angemessenen Tagessatz zu zahlen. Wenn dann auch noch eine schnelle Kommunikation und der erkennbare Wille, das Projekt auch wirklich anzugehen, dazu kommt, haben wir unseren Traumkunden gefunden! Bei den Kunden verfolgen wir das gleiche Ziel, wie bei den Freelancern. Auch Kunden haben diverse Probleme mit den klassischen Recruitern, für die wir Lösungen anbieten. Dadurch erhoffen wir uns, auch von Kunden zukünftig ohne unser Zutun gefunden zu werden. Teilweise werden wir durch unsere Freelancer bei Kunden weiterempfohlen. Das bestätigt uns darin, dass wir Einiges richtig bzw. anders und besser zu machen scheinen, als die typischen Recruiter.

Welche Vorteile haben die Kunden gegenüber dem üblichen Modell der Vermittlungsagenturen? Manuel: Wir reduzieren die Zeit, den Aufwand und die Kosten, um den richtigen Freelancer zu finden. Uplink soll kein zusätzliches Glied in der gesamten Prozesskette sein, sondern eher der Initialzünder. Wir wollen die bestehenden Prozesse, Verträge und Gegebenheiten beim Kunden nicht erweitern oder ersetzen, sondern sorgen dafür, dass beide Seiten ihre Freiheit und Gewohnheiten beibehalten können.

Wir stellen nur den Kontakt her

Unser Modell hat konkret den Vorteil, dass die Kunden mit uns keinen Vertrag machen müssen und von uns auch keine Rechnung erhalten. Sie erhalten den direkten Kontakt zum Freelancer und können alle Gespräche und Verhandlungen direkt mit ihm führen.

Was muss passieren, damit auch andere Standorte, wie Hamburg oder München in den Genuss von Uplink zu kommen? Manuel: In Hamburg vermitteln wir bereits aktiv zwischen Freelancern und Kunden. In München bauen wir gerade Kontakte auf. Sobald der Pool groß genug ist, gehen wir davon aus, dass wir regelmäßig neue Projektangebote und -anfragen bearbeiten können.

Wollt Ihr uns einige Zahlen verraten, z. B. Wie viele Kunden und Freelancer Ihr pro Monat/Jahr zusammenbringt? Manuel: Ja, klar: im ersten Quartal dieses Jahres haben 33 unserer Freelancer über Uplink ein neues Projekt gefunden. Im gleichen Zeitraum habe wir 50 neue Projekte aufgenommen, konnten also genau ⅔ davon besetzen. Das lief schon überdurchschnittlich gut, aber zumindest die Anzahl der Projekte werden wir in diesem Quartal noch etwas steigern können.

Manuel, vielen Dank für das Interview.

Zum Artikel über Uplink

 

 

 

 

Tags

3 comments

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

top